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  • AutorenbildHelena

Das Geheimnis ätherischer Öle

Ätherische Öle haben eine sehr lange Geschichte, die Jahrhunderte zurück reicht. Die ersten Aufzeichnungen hierzu finden sich bereits 4500 v. Chr.. Viele Informationen darüber wurden in alten Texten der Christen und des Judentums. Auch in der Bibel gibt es über 200 Verweise zu der Verwendung von Räucherwerken, Öle und Salbungen. In der Antike wurden Kosmetikprodukte auf Fettbasis hergestellt und ermöglichten somit das Haare färben oder das Schminken der Augenlider.

Seit Anbeginn der Zeit spielen Pflanzen eine entscheidende Rolle im ökologischen Gleichgewicht und sie sind eng mit unserem Wohlbefinden auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene verbunden.

In der Geschichte wurden Extrakte aus Pflanzen bereits gegen Bakterien, Pilze und auch Viren verwendet. Auch zur Abwehr von Käfern und Insekten leisteten sie schon damals gute Dienste. Es lassen sich ebenfalls Aufzeichnungen zur Behandlung von Schlangenbissen, sowie viele andere Arten von mysteriösen Krankheiten finden.

Die aromatischen Düfte der Öle wurden auch zu Ritualen und religiöse Zeremonien verwendet. Hierzu wurden Verdampfungsschalen in den Tempeln aufgestellt, in denen das Öl geträufelt wurde.

Ein weiteres Beispiel ist die Naturheilkundige Hildegard von Bingen. Sie lebte im 12. Jahrhundert und verfasste viele Werke. Eines davon ist u. a. “Physika“, welches mehr als 200 Kapitel über Pflanzen und ihre medizinische Anwendungen beinhaltet.


 

Was sind ätherische Öle und wie werden sie hergestellt?


Ätherische Öle bestehen aus 200 - 500 verschiedener biologischer Bestandteile. Somit ist jedes Öl besonders und hat eine einzigartige Wirkung. Die ätherischen Öle beinhalten beinhalten aromatische, sich verflüchtigende Flüssigkeiten aus Pflanzen.

Um eine geringe Menge ähterischen Öls herzustellen, werden sehr große Mengen an Pflanzen, Blüten, Sträuchern, Wurzeln, Büschen und Samen verwendet.

Die gängigste Methode für die Gewinnung von ätherischen Ölen ist seit Jahrhunderten bekannt und wurde in dieser Zeit immer mehr perfektioniert:


Es ist die Koch- und Wasserdampfsetillation, welche auch für spagyrische Essenzen verwendet wird (dazu in einem anderen Beitrag mehr). Viele Öle von Pflanzen können durch die Wasserdampfdestillation gewonnen werden, es gibt aber auch einige Blütenöle, deren äthersiches Öl nur durch Kochdestillation getrennt werden kann. Bei der Wasserdampfdestillation wird Wasserdampf durch die Pflanze geleitet und die ätherischen Öle aus der Pflanzen gerissen. Danach wird dieser duftstoffgeschwängerte Wasserdampf in einem Kühler wieder verflüssigt und in einem Topf (sog. Florentinertopf) werden die ätherischen Öle vom Hydrolat getrennt. Interessant zu wissen ist hierbei, dass das Ausgangsmaterial niemals mit Wasser in Kontakt kommt.


Bei der Kochdestillation liegt die Pflanze, wie z. B. die Rose, direkt im kochenden Wasser. Der Dampf der über dem kochenden Wasser entsteht wird aufgefangen und durch ein Rohr geleitet. So ensteht ein Pflanzenwasser, welches in einem nächsten Schritt separiert wird. Hierfür wird meist eine Florentiner Vase verwendet, welche zwei Ausgänge besitzt. Unten wird das Hydrolat abgelassen und oben kann das ätherische Öl abgenommen werden.


Andere ätherische Öle wie beispielsweise Zitrusöle werden durch Extraktion gewonnen. Dabei wird maschinell die Schale der Früchte angeritzt und in extra für die Extraktion gefertigten Behältern, die ätherischen Öle extrahiert.


Absolues und Concrete ist ein Vefahren bei dem mit organischen Lösungsmitteln und Hexan gearbeitet wird. Hierbei gehen viele Pflanzeninhaltsstoffe ins Lösungsmittel über und danach wird das Hexan abgedampft. Absolues sind mehr oder weniger wachsartig, auch als Concrete oder Pflanzenbutter bekannt. In einem weiteren Schritt wird das Concrete mit Alkohol ausgewaschen und auf niedriger Temperatur gefiltert, sodass der Alkohol verdampft und sich das Wachs löst. Am Ende bleibt dann das ölige Absolue übrig.


Ein neuartigeres Verfahren ist die Extraktion mit Co2 als Lösungsmittel. Hier wird hoher Druck verwendet um das Gas flüssig zu halten. Allerdings ist dieses Verfahren sehr teuer und wird noch nicht so häufig in der Aromatherapie angwendet.


Enfleurage ist eine Methode bei dem traditionell Schweinfett verwendet wird um die ätherischen Öle aus den Pflanzen zu lösen. Inzwischen weiß man, dass auch Pflanzenfette dafür genutzt werden können. Dieses Verfahren ist ebenfalls aufwendig und langwierig, da die Pflanzen und Blüten täglich frisch auf das Fett aufgelegt werden und für Wochen oder gar Monate dieser Prozess wiederholt werden muss. Wenn das Fett dann am Ende mit den Aromen gesättigt ist, werden die Duftstoffe durch Alkohol ausgewaschen. Diese Vorgehensweise findet sich meist nur noch in Südfrankreich.



 

Das Geheimnis


Jedes ätherische Öl hat eine chemische Struktur die extrem vielfältig ist und daher die Eigenschaft besitzt, sehr schnell in die Zellmembran einzudringen, durch unseren Körper zu wandern und somit die Zellfunktionen und unseren Körper unterstützen zu können. Öle und Extrakte können die Regenration von Gewebe und Nerven fördern. Es gibt verschiedene Studien dazu, wie unterschiedlich Öle in unseren Körper eindringen. Z.B. ist die Aufnahme über die Haut am Arm anders, als die Aufnahme über die äußere Bauchhaut. Auch kann das Aroma dabei helfen die Stimmungslage aufzuhellen, sowie Emotionen zu steuern. Durch das Einatmen gelangen die Aromen der Öle über unseren Riechnerv - Nervus olfactorius - in das limbische System. Das limbische System ist die Zuständigkeit für die Steuerung der Funktionen wie Antrieb, Lernen, Gedächtnis, Emotionen als auch die vegetative Regulation der Nahrungsaufnahme, Verdauung und Fortpflanzung zugeschrieben. Interessant hierbei ist, dass die Duftmoleküle mit unserem Riechnerv wie bei einem Schlüssel-Schloss-Prinzip zusammenwirken. Durch die dreidimensionale Struktur unserer Geruchsrezeptorenproteine, kann sich das Duftmolekül einlagern, allerdings nur, wenn die Signatur genau passt. Wenn diese Matching statt findet, wird ein elektrischer Impuls ausgelöst und die Information des Duftes in einen chemischen Impuls "übersetzt". Dieser Ablauf, der in Millisekunden stattfindet, sorgt dafür, dass sich kleinste Kanäle in der Zellmembran öffnen und die Moleküle eindringen können.

That´s MAGIC!

Und genau weil unser Riechnerv so faszinierend ist (ein Embryo hat mit 16 Tagen bereits angelegte Riechplokaden), ist es auch interessant, dass jeder mit jedem Duft etwas anderes verbindet. Während die Einen Rosenduft als sehr angenehm und entspannend wahrnehmen und an einen hübschen Garten denken, finden die Nächsten, dass dieser Duft stinkt und assoziieren damit vielleicht die unfreundliche Oma vom Bauernhof gegenüber damit.

Gerüche und ihre emotionalen Verbindungen damit sind antrainierte, kulturelle Bevorzugungen oder Ablehnungen von Düften. Der Geruchssinn ist der einzige Sinn, den wir nicht ausblenden können. Wir können unsere Augen und unseren Mund schließen, wir können uns auch unsere Ohren zu halten. Aber riechen müssen wir, denn wir benötigen die Nase zum Atmen. Dr. Hans Hatt ist ein deutscher Biologe und Mediziner, welcher auf dem Gebiet der Geruchsforschung arbeitet. Er hat herausgefunden, dass wir Düfte nicht nur über die Nase sondern auch mittels verschiedener Organe und über die Haut wahrnehmen können. Die Rezeptoren, die dies ermöglichen heißen olfaktorische Rezeptoren.


Vielleicht kennt ihr es auch, wenn euch etwas stinkt, dass wir versuchen nicht durch die Nase zu atmen und dafür aber durch den Mund atmen müssen. So nehmen wir trotzdem den "Geruch" war. Zwar etwas anders, aber die Aufnahme des schlechten Odeur können wir nicht komplett verhindern.


Eine weitere Möglichkeit des Eintritts der Moleküle von ätherischen Ölen in unseren Körper, ist das Inhalieren. Hierdurch gelangen die Moleküle über unser Lungenkreislauf in die Blutbahn und verrichten so ihr Wunderwerk.


Aber auch die orale Einnahme eignet sich sehr gut als Methode. Über die Mundschleimhaut und später auch über die Magenschleimhaut gelangen die Öle in unseren Blutkreislauf.

Ebenfalls interessant hierbei ist, dass die meisten Bestandteile von der Leber verarbeitet werden und es für jeden Bestandteil der ätherischen Öle andere Metabolisierungswege gibt.


Da die Düfte der Öle so intensiv sind, gibt es keinen Weg an der Nase vorbei (vorausgesetzt unser Riechnerv funktioniert einwandfrei). Somit wirken diese immer zweifach.


 

Wichtige Punkte


  1. Reinheit der Öle können sehr schwanken und somit können geringste Mengen an synthetischen Zugaben die Wirkung der Öle stark reduzieren oder gar ganz aufheben.

  2. Synthetische Öle riechen ähnlich wie natürliche Öle, jedoch leichter und nicht so intensiv und auch irgendwie "unrund".

  3. Ebenfalls sind synthetische Moleküle nicht in der Lage an den gleichen Rezeptoren anzudocken wir natürliche Substanzen. Das ist auch gut so! Aber hier müssen wir wissen, dass deshalb synthetische Stoffe mehr Schaden anrichten können als sie uns nützen. Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens ist es deshalb auch bei ätherischen Ölen wichtig darauf zu achten, dass sie frei von schädlichen Substanzen sind. Denn was in unser Blut gelangt, sollte für uns nur die besten Inhaltsstoffe haben.

  4. Ätherische Öle sollten nicht direkt und nicht unverdünnt mit Schleimhäuten in Kontakt kommen. Es gibt einige wenige Ausnahmen.

  5. Niemals sollten ätherische Öle in die Augen oder in die Ohren kommen. Wenn es vorkommt, dass wir uns mal etwas Öl ins Auge reiben, nehmen wir uns ein Trägeröl (evtl Kokosöl) und halten uns dies ans Auge.

  6. Generell gilt, ist ein Öl zu stark für uns, können wir die Wirkung mittels eines Trägeröls oder einer fettigen Komponente wie Wollfett oder Sheabutter reduzieren oder aufheben. Um heruaszufinden ob ein Öl zu stark für uns ist, empfiehlt es sich, das Öl zuerst zu verdünnen und sich nach und nach immer mehr an eine unverdünnte Variante heranzutrauen.


 






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